Im Jahr 1997 haben sich in Forst ein paar engagierte Bürger, Sozialarbeiter, Hausbesetzer und andere Idealisten mit dem Ziel zusammengeschlossen einen offenen Ort der Jugend-, Kultur- und Sozialarbeit zu schaffen.
Die ehemalige Tuchfabrik „Robert Unger“ mit ihrer zentralen Lage und ihrem großzügigen Innenhof war ideal geeignet. Nach dem Auszug der Forster Wohnungsbaugesellschaft standen die vier dazugehörigen Gebäude leer. Der neu gegründete Dachverein Park7 e.V. erhielt von der FWG für 10 Jahre einen Mietvertrag und konnte so kostengünstig und unbürokratisch interessierten Nutzern Räume zur Verfügung stellen. Hier durften sie ihre eigenen Ziele und Vorstellungen verwirklichen. Jugendtreff, Bandproberäume, Fahrradwerkstatt, Kleiderkammer und Treff für Russland-Deutsche gehörten zu den ersten Nutzern. Das Konzept einer „Minigesellschaft“, die sich selbst verwaltet, wurde zu dieser Zeit von verschiedenen Seiten kritisch beobachtet.
Doch der Park7 hat den Sprung ins kalte Wasser überstanden und sich als Institution etabliert. Das auf dem Gelände angesiedelte Bunte Haus ist zu einem überregional bekannten Veranstaltungsort für Alternativ- und Subkultur geworden. Bandtourpläne lesen sich regelmäßig wie folgt: Kopenhagen, Berlin, Forst, Prag.
Die Park7-Minigesellschaft hat sich in den letzten Jahren immer wieder neu zusammengesetzt. Einige Projekte sind ausgelaufen und neue dazu gekommen. Der Trödelmarkt, Suchtberatung, Flüchtlingsberatung, Kreativwerkstatt, Fitnessraum tragen heute ihren Teil zum bunten Treiben auf dem Park7 bei. Auch wenn sich vieles verändert hat – als Konstante blieb immer das Konzept der offenen selbstverwalteten Räume. Die demokratischen, interkulturellen und antifaschistischen Grundwerte des Park7 haben in den letzten 15 Jahren die Kultur der Stadt geprägt.
Viele der anfänglichen Kritiker sind inzwischen voll des Lobes über die Vereinsarbeit, doch Kürzungen der öffentlichen Hand für die Jugend- und Sozialarbeit und die Schrumpfung der Stadt machen auch vor uns nicht halt. Die Übernahme des Geländes im Jahr 2006 und der schrittweisen Sanierung der Gebäudesubstanz machen Hoffnung, dass wir es trotz widriger Umstände schaffen den Park7 zu erhalten und als soziokulturelle Drehscheibe noch attraktiver zu gestalten.
Am Pfingstwochenende wollen wir die letzten 15 Jahre gebührend feiern. Am Samstag den 26. Mai findet das traditionelle Hoffest statt, das mit Trödelmarkt und Streetsoccerturnier aufwartet. Abends spielen das Piratenduo „wonach wir suchen“ und der Liedermacher „Yok“ aus. Auf der Aftershow wird ebenfalls feinster Punkrock mit „Hang them high“ geboten.
Am Sonntag den 27. Mai legen wir noch einen drauf und stellen ein großes Parkstraßenfest auf die Beine. Hier wird jede Interessens- und Altergruppen fündig. Es geht bereits früh los. Ein ganztätiges Bühnenprogramm, Künstler, Artisten und Mitmachstationen für Kinder und Jugendliche sorgen für Unterhaltung. Essensstände und Tresen sichern das leibliche Wohl. Beim Kickerturnier und dem Streetball-Cup kann man mit eigenen Mannschaften antreten. Auch an diesem Tag besteht die Möglichkeit den Trödelmarkt zu besuchen. Abgerundet wird der Tag mit Musik von Stonehead und Green Milk und einem Aftershowprogramm auf zwei Floors.
Das Programm organisieren wir gemeinsam mit dem momentan heimatlosen Verein Muggefug e.V. aus Cottbus. Alle, die den Park7 noch nicht kennen, sollten diese Gelegenheit nutzen und vorbeikommen – gerne gleich mit der ganzen Familie. Von Cottbus nach Forst dauert eine Zugfahrt nur 20 Minuten + 5 Minuten Fußweg. Der letzte Zug fährt um 21:35, der erste bereits wieder um 5:35.